Sie befinden sich hier: Startseite / Kultur & Freizeit / Veranstaltungen / Veranstaltungskalender / Details

albertrichard PFRIEGER - Serienvielfalt

So., 10.03.2019 - Sa., 13.04.2019
albertrichard PFRIEGER - Serienvielfalt

Ausstellung im Schloss


Ausstellungsdauer: 10.03.-13.04.2019


Vernissage: Sonntag, 10.03.2019, 11 Uhr, Roter Saal, Schloss


Albertrichard Pfrieger - Serienvielfalt


Wenn wir uns auf die Bilder von albertrichard PFRIEGER einlassen, dann erkennen wir die Kraft, die Gewalt, vor allem die Unmittelbarkeit seiner direkten, rohen Linien und Pinselgesten. In dieser Unmittelbarkeit entwickelt sich einerseits so etwas wie eine Nähe im Miterleben. Und zugleich spüren wir das Gefühl der Verweigerung genau des Moments, in dem sich das Bildgeschehen zur benennbaren Form, zum Muster oder zum wiedererkennbaren Motiv fügt, also sich so etwas wie eine Lösung eines vermeintlichen Rätsels andeutet.

Alles entsteht aus dem zeichnerischen Gestus, unbedacht und direkt, radikal physisch aus der Bewegung des Arms und der Hand, radikal subjektiv, denn es ist seine Bewegung und seine persönliche Spur, denen er in seinen Bildern freien Lauf lässt. Das freie zeichnerische Handeln allein ist wesentlich. Der Künstler lässt es geschehen und bricht ab oder setzt neu an, bevor sich etwas Bestimmtes und Reflektiertes – sprich: „Bedeutung“ – einstellt, eine dechiffrierbare Form oder die viel beschworene Schönheit gemäß irgendwelchen Regeln der Kunst. Die Wahrheit liegt in dem Moment des Handelns, in der unmittelbaren Direktheit des Gestus, der nichts anderes meint als den Ausdruck seiner selbst, konkret, ohne sich auf etwas anderes zu beziehen als auf diese unmittelbare Existenz und Evidenz des Bildgeschehens. Darin findet der Künstler für sich und für den Betrachter eine radikale Autonomie, maximale Subjektivität und Authentizität (alles Begriffe und Werte der Moderne). Und darin liegt auch die besondere Lebendigkeit der Arbeiten begründet.


albertrichard PFRIEGER schickt sich selbst und uns in unbekanntes Gelände. „Ohne Bezeichnung“ als Titel der allermeisten Zeichnungen entpuppt sich leicht als ein ironisches Wortspiel und lässt genauso alle Fragen offen, wie das, was wir sehen, und wirft uns auf das zurück, was wir empfinden, wenn wir des eigentlich Unsagbaren gewahr werden, nämlich auf unsere eigene Subjektivität, unser Empfinden des Moments, in dem das Bildgeschehen vor unseren Augen konkret wird. Da haben wir im Sehen dieselbe Freiheit, wie der Künstler im Tun. Damit werden die Bilder zu kommunikativen Gesten auf einer anderen Ebene, als wir das von Bildern gewohnt sind. Wer seine Wahrnehmung von der Außenwelt abschottet, hat die Möglichkeit, eine Innenwelt zu erkunden, die offensichtlich ihre eigene Sprache offenbart.


Das vermeintliche oder tatsächlich Unfertige – wer kann das noch entscheiden? -, das Unabgeschlossene – das non finito / infinito? – öffnet den Raum für Imagination und Vorstellungsvermögen. Und wenn sich dieses zu sehr an schon Erfahrenem festzumachen droht, dann wissen diese Bilder auch das wieder in Frage zu stellen. Immer wieder wird man sich bewusst: Diese Bilder sind der Ausdruck einer unteilbaren Unmittelbarkeit von Zeit – Bewegung, Dynamik, Energie –, von dem Ort des Bildes – das Spielfeld, der Spielraum des Bildgeschehens -  und der handelnden Person und ihrer uneingeschränkte Hingabe im Machen wie im Sehen, die die Wahrnehmung einfordert.


Dabei schmeicheln die Bilder zu keinem Zeitpunkt den Augen des Betrachters. „Wenn ein Bild unbequem ist, ist es gut“, wird der Künstler zitiert. Die im Grunde fast immer zeichnerische Geste, ihr Prozess, ihre Energie ihre Offenheit und Unabgeschlossenheit, die Potenz der Bewegung, die all dies beinhaltenden Gesten an sich und deren Spuren sind das zentrale Thema der Arbeiten von albertrichard PFRIEGER.


Werner Meyer, Kunsthalle Göppingen,
Auszug aus der Vernissagerede in der Galerie Werner Wohlhüter, vom 7.1.17



   albertrichard PFRIEGER

   1951 geboren in Randegg

   Malerei und Freie Graphik, Freie Kunstschule   Stuttgart

  Freie Grafik und Fotografie am Institut für Kommunikationsdesign Konstanz

   Vertiefung der Radiertechnik, bei Arthur Richard Moll, CH Solothurn

   1979–1994 in Stuttgart lebend, seither in Singen  und Neu-Ulm tätig

   Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg


 www.albertrichard-Pfrieger.de


 
Ausstellungen: (Auszug)


2018


Schloß Ulmerfeld Amstetten, Experimentelle 20


Galerie Werner Wohlhüter, Leibertingen-Talheim, bevorzugt schwarz weiss


Galerie Heike Schumacher, Überlingen, Jubiläumsausstellung 20 Jahre Galerie


Galerie Tabak, Tuttlingen-Renquishausen, Kreis – Kunst – unterwegs,


Neuerwerbungen der Kunstsammlung des Landkreises Tuttlingen 2017/18


2017


Galerie Werner Wohlhüter, Leibertingen-Talheim, Aus dem Depot. 


Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, Künstlerbund Baden-Württemberg, Stand der Dinge.


Galerie für Gegenwartskunst K3, Simbach am Inn, 20 Jahre SCHAURAUM K3Galerie Werner Wohlhüter, Leibertingen-Talheim, bevorzugt: gelb schwarz, Sommerausstellung,


Künstler der Galerie und Gäste.


Städtisches Kunstmuseum Singen, Kunstverein Singen, Singenkunst = 7 x 7


2016


albertrichard Pfrieger - Die Ankunft des Spaniers - Kleine Galerie Bad Waldsee, Bad Waldsee


Galerie Werner Wohlhüter - Leibertingen-Talheim, Kooperation mit dem Künstlerbund Baden-Württemberg, Die Kunst zu Handeln 


Galerie Achim Lerche - Galerie im Woferlhof, Kötzting, Meine Künstler


Galerie Heike Schumacher - Überlingen - THE VIEW


Kunstverein Eislingen, - Zeichen setzen - 7. Biennale der Zeichnung


2015


Städtisches Kunstmuseum Singen, Kunstverein Singen, Singenkunst


Galerie Werner Wohlhüter, Leibertingen-Talheim, Im Überblick, Künstler der Galerie und Gäste.


Neuwerk-Kunsthalle, Konstanz, gezeichnet



Die Vernissage zur Ausstellung findet am Sonntag , dem 10. März 2019 um 11 Uhr im „Roten Saal“ des Donzdorfer Schlosses statt.
Zur Ausstellungseröffnung sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Veranstalter: Stadtverwaltung Donzdorf


zurück