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Ausstellung im Schloss - Sibylle Möndel - Jenseits des Garten Eden

So., 18.12.2022 - Fr., 10.02.2023

Schloss Donzdorf

Ausstellung im Schloss - Sibylle Möndel - Jenseits des Garten Eden

Ausstellung im Schloss
18.Dezember 2022-10.Februar 2023
Vernissage
Sonntag 18.Dezember 2022, 11 Uhr
Schloss, Roter Saal


Sibylle Möndel - Jenseits des Garten Eden
In der Folge Pflanzungen (2020) – einer Reihe von Arbeiten mit Malerei und Siebdruck auf Leinwand – bezieht sich Sibylle Möndel auf ein Bildmotiv, das mehreren Generationen im Westen Deutschlands aus dem Alltagsleben bestens vertraut ist. Als Symbol für den Wiederaufbau im Nachkriegsdeutschland zierte die Figur einer Baumpflanzerin zwischen 1949 und 2001 ein halbes Jahrhundert lang die Bildseite des 50-Pfennig-Stückes. Der hessische Bildhauer Richard Martin Werner (1903–1949) hatte das Motiv nach Aktzeichnungen seiner Frau Gerda Johanna „Jo“ (1914–2004) angelegt, die selber
künstlerisch tätig war. Sinnbildhaft sollte auf diese Weise den sogenannten Kulturfrauen Respekt gezollt werden, die gewissermaßen als Trümmerfrauen des Waldes nach 1945 die von Krieg und Kriegswirtschaft stark dezimierten Wälder wieder aufgeforstet hatten.
Bei Sibylle Möndel erscheint das geheimnisvoll in ihre eigenen Arbeiten eingewobene Bildzitat allerdings in komplexeren Zusammenhängen. Ihre in einer reduzierten Farbigkeit gehaltenen Pflanzungen zeigen aber kniende Figuren als archaisch wirkende Silhouetten. Ob Frau oder Mann, sind sie von der Künstlerin allgemeiner als Menschenwesen gefasst. Ganz der Erde zugewandt verrichten sie verschiedene Tätigkeiten, die gemäß dem ursprünglichen Vorbild tatsächlich mit gärtnerischen Vorgängen verbunden werden können. Sie könnten jedoch ebenso gut auch mit Feuermachen, dem Sammeln von Zweigen und Gegenständen oder anderen kultischen Handlungen beschäftigt sein.
In dieser verrätselten Zwiesprache malerischer Flächen mit scharf gezeichneten Konturen, konkreter Form und Auflösung derselben spiegelt sich auch das über die Zeitläufe beziehungsreiche Verhältnis von Natur und Kunst, Geld und Geschichte wider. Blieb die Person, die ehedem für ein in der Bevölkerung allseits beliebtes Geldstück Modell gestanden hatte, fast 40 Jahre lang unbekannt, räumt Sibylle Möndel nun allen Namenlosen der Jetztzeit einen Platz in ihren Arbeiten ein. Sie leben in der Natur draußen, machen das Land fruchtbar, ohne den Urgrund und die Vorläufer zu vergessen, denen sie ihre Existenz verdanken, und hegen dennoch zugleich ihre eigenen Anpflanzungen so, dass uns die ökonomische Verwilderung durch den unablässigen Konsum und die Ausbeutung von Mensch und Natur nicht immer weiter über den Kopf wächst.
Clemens Ottnad


Sibylle Möndel
1959 geboren in Stuttgart
Ausbildung bei Prof. Hans K. Schlegel, Stuttgart lebt und arbeitet in Kornwestheim und Stuttgart (Künstlerhaus Stuttgart, Druckwerkstätten) seit 1989 freischaffend


Preise | Stipendien

2006 1. Preis 22. Mainzer Kunstpreis Eisenturm 2006 „Vision Europa“
2016 Förderpreis „Kultur der Regionen“ Lorenz & Company
2021 Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Letzte Einzelausstellungen und Ausstellungbeteiligungen (Auswahl)

2021 Kunstverein Biberach, GB Kunst Trier, Kunstverein Paderborn, xylon Museum Schwetzingen, Kult Kunst
2021 Kulmbach
2020 Badischer Kunstverein Karlsruhe, Galerie Brötzinger Art Pforzheim, Kunstverein Germersheim, Galerie der Stiftung S BC pro arte Biberach, Museum Wilhelm Morgner Soest, BBK Karlsruhe
2019 Collegium maius Erfurt, Städtische Galerie Eppingen, Kunstraum kleine Galerie Bad Waldsee, Albert-Haueisen-Preis, Kunstverein Böblingen, Kunstverein Bayreuth
2018 Städtische Galerie Neunkirchen, Städtische Galerie Bad Wimpfen, Galerie der Stadt Wendlingen, Kronacher Kunstverein
2017 Württembergischer Kunstverein Stuttgart, Kunstverein Coburg, Donaueschinger Regionale, Museum Schloß Großlaupheim


Herzliche Einladung zur Ausstellung und Vernissage!

Veranstalter: Stadtverwaltung Donzdorf

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