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Kunst im Schloss - Jonathan Esperester

So., 19.09.2021 - Fr., 19.11.2021

Schloss
Donzdorf

Kunst im Schloss - Jonathan Esperester

Jonathan Esperester- Biedermeier

Vernissage
Sonntag 19. September 2021, 11 Uhr
Roter Saal, Schloss

Jonathan Esperester 1992 geboren in Datteln
2012 Beginn des Kunststudiums an der HfbK Hamburg
2013 Eintritt in die Bühnenbauklasse (Prof. Raimund Bauer)
2014 Beginn des Bachelor-Studiums an der HAW Hamburg
(Malereiklasse Prof. Christian Hahn)
2017 Bachelor of Arts, HAW Hamburg
2017 Beginn des Master-Studiums an der HAW Hamburg
(Malereiklasse Prof. Christian Hahn)
lebt und arbeitet in Hamburg

Arbeitsweise
Der in Hamburg lebende Künstler Jonathan Esperester nutzt das Medium der Malerei analog zur Erinnerung. Zur Inspiration orientiert er sich an seinem privaten Fotoarchiv und entnimmt Motive aus ihrer ursprünglichen Umgebung und Chronologie. Durch diese collagenartige Verzweigung entstehen anachronistische Konstellationen und unbekannte Geschichte, jenseits von Raum und Zeit. Bei dieser malerischen Forschung zeigen sich oft übergreifende Verbindungen von Subjekt, Kultur und Natur und dem Betrachter wird es ermöglicht Teil dieser fiktiven Erzählung zu werden. Eine nostalgische Sehnsucht wird erzeugt und bewusst gestört. Er ist immer auf der Suche nach der Geschichte im Wandel der Gegenwart. Esperester experimentiert mit der Materialität der Malerei indem er mit verschiedensten Techniken auf Holz arbeitet. Zusätzlich erstellt er kleinere Objekte, die ähnlich wie seine Bilder, aus den tiefen der Vergangenheit kommen und zum greifbaren Relikt einer vergangenen Zeit werden. Der Austausch zwischen Malerei und Objekt öffnet einen vielschichtigen Spannungsbogen.

Ausstellung
Die Ausstellung Biedermeier beschreibt eine Flucht in die Erinnerung. Wir leben in ungewissen Zeiten – einerseits lösen sich altbekannte Muster in fließende Zwischenwelten auf und andererseits polarisieren Populisten mit postfaktischer Eindeutigkeit. Politik, Gesellschaft und Kultur bietet Teilhabe an und fordert damit ein Verantwortungsbewusstsein ein, das einen schnell überfordert. Nicht erst seit der Corona Pandemie sucht sich der Mensch im Privaten die Sicherheit und die Bestätigung in der digitalen Blase. Ein Klangraum aus Spiegelung sorgt für die nötige Referenz des Ichs. Man nistet sich ein und hofft auf diese Weise der Komplexität der Ansprüche zu entgehen. Jonathan Esperester greift genau diesen Eskapismus in seinen Werken auf. Er selber ist auf der Suche nach verlorenen Orten seiner Vergangenheit und Gegenwart und verliert sich im nostalgischen Schwelgen. Die Bilder sind durch das Medium der Malerei eine anachronistische Scheinwelt, in der die Betrachter*Innen eintreten und verweilen können. Wie in der kulturgeschichtlichen Epoche des Biedermeiers entzieht man sich dem Staat und der globalen Gegenwärtigkeit und wird auf das Individuum, auf die Familie und Freunde im kleinsten Kreise zurückgeworfen. Esperester ist sich der Diskrepanz dieser Welten bewusst: die Malereien sind teils kitschig und romantisch und versprechen eine Welt, die der Moment nicht halten kann. In seinen Bildern gibt es immer Unstimmigkeiten, die den Traum zerbrechen und aus einer harmlosen Sequenz ein Sinnbild von Irrealität und Fiktion werden lassen, aus dem man Ausbrechen möchte. Die Zeit der Restauration, die Sehnsucht nach Altbewährtem kann nicht die Antwort sein. Eine Diversität erzeugt Sog und Hoffnung auf Resilienz. Wie die Geschichte zeigt, entstand aus diesem inneren Exil ein wirkmächtiger Drang nach Partizipation und Freiheit – die Bilder sind Ausdruck dieser Suche.
Biedermeier


Verhaltensgrundsätze Ausstellung

Veranstalter: Stadtverwaltung Donzdorf

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